
Pädagogische Konzeption Albertinen Kindertagesstätte Schnelsen
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Liebe Leserin, lieber Leser,
der untenstehende Bibeltext ist ein Auszug aus dem Leitbild und steht seit Jahren über dem Albertinen Diakoniewerk. Auch wir als Kita fühlen uns diesem Gedanken verbunden. Wir behandeln die uns anvertrauten Kinder so, wie es ihrer persönlichen Bedürfnislage entspricht und wie wir selbst behandelt werden wollen. Wir achten ihre Würde und ihren Willen, investieren Zeit und Zuwendung und gehen freundlich und aufgeschlossen auf sie zu.
Behandelt eure Mitmenschen in allem so, wie ihr selbst von ihnen behandelt wer-den wollt.
Matthäus 7,12
Mit dem Einzug in die neue Kita im Juni 2021 haben wir auch die Konzeption überarbeitet. Sie ist das Ergebnis ausführlicher Diskussionen und wurde in allen Bereichen den neuesten Erkenntnissen der heutigen Pädagogik und der alltäglichen Praxis unserer Kita angepasst.
Wir hoffen, dass es Ihnen ein bisschen Spaß macht, uns beim Lesen näher kennenzulernen, sei es, weil Sie bei uns arbeiten möchten, sei es, weil Sie ein Kind in unserer Einrichtung betreuen lassen wollen oder sei es einfach, weil Sie sich mit der Arbeit dieses Bereiches des Albertinen Diakoniewerkes verbunden fühlen.
Rechtlicher Rahmen für unsere Arbeit ist das Hamburger Kinderbetreuungs-gesetz (KibeG) vom 27.04.2004. Stand: Letzte berücksichtigte Änderung § 16a neu eingefügt durch Gesetz vom 04.10.2018 (HmbGVBI. S.335).
Wir wünschen uns, dass diese Konzeption Sie zu Gesprächen mit uns anregt und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen.
Ihr Team der Albertinen Kindertagesstätte Schnelsen
Die Kindertagesstätte stellt sich vor
Am 1. Oktober 1970 eröffnete das Albertinen Diakoniewerk ein betriebseigenes Kindertagesheim mit zunächst vier Gruppen. Damit ging ein alter Wunsch des Trägers in Erfüllung. Zugleich wurde vielen Mitarbeitenden die Aufnahme – oft Wiederaufnahme – ihrer Berufstätigkeit ermöglicht und dem Diakoniewerk wesentlich geholfen, die notwendigen Mitarbeitenden für das erweiterte Krankenhaus zu gewinnen. 1974 und 1989 erfolgten Anbauten.
Am 1. November 2002 entstand auf dem gleichen Standort ein modernes und großzügiges Haus, in dem 120 Kinder im Alter zwischen ein bis zehn Jahren in sechs Gruppen aller Leistungsarten betreut wurden (siehe Betreuungsvertrag).

Im Sommer 2009 wurde für die Schulkinder ein weiteres Gebäude in Betrieb ge-nommen. Gleichzeitig wurde die Krippengruppe wegen des steigenden Bedarfs um acht Kinder aufgestockt. Mit Einführung der Ganztagsschulen haben wir die Betreuung der Schulkinder 2013 an die Schulen der Umgebung abgegeben.
Am 1. Juni 2021 entstand eine neue Kindertagesstätte an einem anderen Stand-ort auf dem Gelände des Krankenhauses mit 160 Plätzen, um am alten Standort Platz für das Zentrum für Altersmedizin zu schaffen. Das neue zweistöckige Ge-bäude steht nun 60 Krippenkindern und 100 Elementarkindern zur Verfügung.
Die Immanuel Albertinen Diakonie ist ein freikirchlicher Diakoniekonzern, zu dem sich das Albertinen Diakoniewerk in Hamburg und die Immanuel Diakonie in Berlin im Jahr 2019 zusammengeschlossen haben. Sie erbringt ein bundes-weites Angebot von medizinischen und pflegerischen Leistungen in Kranken-häusern und Pflegeeinrichtungen, in Medizinischen Versorgungszentren, in therapeutischen Einrichtungen und Einrichtungen der Behinderten- und Sucht-krankenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der psychosozialen Beratung und in Hospizen. Daneben verantwortet die Immanuel Albertinen Diakonie umfang-reiche begleitende Dienstleistungsangebote und über das Albertinen Diakonie-werk in Hamburg spezielle Angebote der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der Kinderbetreuung.
Die Immanuel Albertinen Diakonie fördert konsequent freikirchlich diakonische Prinzipien. Die christlichen Werte werden durch die Mitarbeitenden in allen Bereichen erkennbar gelebt.
Entsprechend ist das Albertinen Diakoniewerk in seinen Aufgaben bestimmt durch das Evangelium von Jesus Christus und über die gesellschaftsrechtlichen Strukturen der Immanuel Albertinen Diakonie dem Bund Evangelisch-Freikirch-licher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. verbunden. Es ist selbst zugleich Mitglied des Hamburger Verbandes und des Diakonischen Werkes Hamburg.
In diesem Sinne ist auch die Albertinen Kindertagesstätte Schnelsen des Albertinen Diakoniewerkes eingebunden in die Gemeinschaft der Immanuel Albertinen Diakonie.
Unsere Kindertagesstätte liegt im Stadtteil Schnelsen, Süntelstraße 19, am nordwestlichen Stadtrand von Hamburg. Sie befindet sich auf dem Gelände des Albertinen Krankenhauses. Der zweigeschossigen Kindertagesstätte stehen ca. 750 m2 pädagogisch nutzbare Fläche zur Verfügung.
Das gesamte Haus ist barrierefrei gestaltet und ermöglicht über einen Fahrstuhl einen guten Zugang in das erste Stockwerk.
Die Räumlichkeiten der Kita wurden von uns bewusst gestaltet, denn Räume haben eine besondere Wirkung auf Menschen, gehen in Beziehung mit ihnen und beeinflussen ihr Verhalten. Jedes Kind soll sich in Kitaräumen und unter-schiedlichen Funktionsbereichen, im Gebäude genauso wie im Außengelände, kompetent, eigenständig und selbstwirksam erleben können. Ist dieses nicht der Fall, versuchen wir wenn möglich, die Gegebenheiten den individuellen Voraussetzungen der Kinder anzupassen (siehe hierzu Kapitel 2.3).
So sollen unsere Gruppenräume die pädagogische Arbeit unterstützen und den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden.
Alle Gruppen verfügen über einen Gruppenraum und einen Gruppennebenraum. Jeweils zwei Gruppen teilen sich einen Waschraum. Die Gruppenräume sind mit einer zweiten Spielebene (Rückzugsmöglichkeit) ausgestattet. Jeder Gruppenraum verfügt über verschiedene integrierte Funktionsecken. Die Auswahl der Möbel und die Raumgestaltung unterstehen unter anderem den Aspekten des Wohlfühlens (Höhlen, Verstecke, Kuschel- und Lesebereiche), der sozialen Interaktion (Bauecke und Kinderwohnung mit Verkleidungsecke und Spiegeln), der Kreativität/Kunst als Ausdrucksform (Mal- und Basteltische) u.a.m. Die fahr-baren Tische in unterschiedlichen Höhen können den Raum in kurzer Zeit für mehr Bewegungsmöglichkeit erweitern.
Sowohl im Krippenbereich als auch im Elementarbereich steht je ein großer Bewegungsraum zur Verfügung. Zudem kann unsere Lernwerkstatt von allen Gruppen genutzt werden. Ein kleiner Therapieraum bietet Ruhe für gezielte Einzelförderung auch von Mitarbeitenden zum Beispiel der Frühförderung. Die breiten Flure besonders im Krippenbereich können für Bewegung (zum Beispiel mit Fahrzeugen) bespielt werden.
Unsere Kinder sollen sich mit unserem Haus und den Räumlichkeiten identi-fizieren können. Um dies zu ermöglichen und eine harmonische und ausge-glichene Atmosphäre zu schaffen haben wir uns als Einrichtung in der Raum-gestaltung für das übergeordnete Thema Wald entschieden. Darum tragen auch die Gruppen der Kinder Namen von Waldtieren wie beispielsweise Eichhörnchen, Igel, Füchse, Spatzen etc.

Auch das schlichte Farbkonzept unserer Kita spiegelt die Farben des Waldes wider. Durch die warmen Naturtöne wirken die Räume ruhig und behaglich. Für den Boden wurde ein Cradle to Cradle zertifizierter Belag in Holzoptik gewählt. Die Wände und Decken in gebrochenen Weißtönen schaffen eine neutrale Fläche zum Beispiel für Dekorationen mit und durch die Kinder oder die Ausstellung von Bildern. In ausgewählten Bereichen wurden die Decken tiefer gehängt und in einem Grünton gestaltet. Die Wände in diesem Bereich sind farbig gehalten. Durch diese Zonierung werden in den Gruppenräumen sowie im Flur verschiedene Nutzungsbereiche optisch voneinander abgetrennt. Alle Deckenflächen sind mit akustisch wirksamen Deckenplatten ausgestattet.
Die Bäder sind kindgerecht mit Waschbecken und Spiegeln in verschiedenen Höhen sowie selbstverständlich mit WCs in Kinderhöhe ausgestattet. Die Wand- gestaltung in einem liegenden weißen Fliesenformat mit eingestreuten grünen Akzentfliesen erinnert an aufeinander gestapelte Bausteine.






Eine dimmbare Beleuchtung, die zudem in verschiedenen Bereichen getrennt schaltbar ist, ermöglicht es, die Lichtstimmung der Räume je nach Bedarf an-zupassen. Wandleuchten bieten dabei eine weitere differenzierte Beleuchtung. Große Fensterfronten, die den Kindern die Sicht nach draußen eröffnen, sorgen für lichtdurchflutete Räume und tragen zum Wohlbefinden bei.
Das Außengelände mit einer Fläche von ca. 1.800 m2 bietet Sand und Rasen, eine Matschecke, Picknicktische, Klettermöglichkeiten, eine Rutsche, eine Wippe, eine Bewegungsbaustelle, Plattenwege für Fahrzeuge sowie eine Schaukel. Jede Krippengruppe hat eine kleine Terrasse. Das Außengelände der Krippenkinder ist durch niedrige Hecken/Törchen sicher vom Außengelände „der Großen“ getrennt, bietet durch Sichtkontakt aber auch ein Gemeinschaftsgefühl.
Eine Außentoilette, die vom Garten aus zugänglich ist, ermöglicht den Elemen-tarkindern kurze Wege und wenig „lästige“ Unterbrechungen ihres Spiels. Das gesamte Gelände ist durch einen massiven und zugleich bespielbaren Holzzaun sicher vor der Straße und dem Krankenhausgelände geschützt.
Wir haben uns in unserer Kita bewusst für die geschlossenen Gruppenstruktu-ren entschieden. Die Bindung an feste Gruppen und Bezugspersonen bedeutet für das Kind Verlässlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit in unserer schnell-lebigen Gesellschaft. Aus langjähriger Erfahrung ist die klassisch geschlossene Gruppenarbeit mit Blick auf die Bindungstheorie und auf die Entwicklung von Kindern für uns heutzutage bedeutender und aktueller denn je.
Der familiäre Rahmen und stetig wiederkehrende Rituale stärken auf ganz besondere Art und Weise das Vertrauen der Kinder zu ihren Erziehenden und sorgen für ein identitätsstiftendes Gruppengefühl. Diese festen Strukturen ermöglichen den Kindern innerhalb bestehender Regeln eigene Wege zu gehen und dabei vielfältige und individuelle Erfahrungen zu machen.
Die enge Bindung zu den Kindern schafft für unsere Erziehenden in den Gruppen besonders gute Bedingungen, um auf ganz besondere Weise die Entwicklungen aller Kinder im Blick zu behalten, zu beobachten und eine entsprechende ganzheitliche Förderung anzubieten.
Die Gruppenaktivitäten und die Projektarbeit finden genauso wie alle täglichen Mahlzeiten innerhalb der Gruppen statt. Im täglichen Freispiel sowohl drinnen als auch draußen haben die Kinder aus allen Gruppen die Möglichkeit sich zu treffen. In den Randzeiten des Früh- und Spätdienstes findet die Betreuung gruppenübergreifend statt.
Die Krippe
Die Krippe besteht aus fünf Gruppen mit jeweils maximal dreizehn Kindern im Alter zwischen ein und drei Jahren.
Drei pädagogische Fachkräfte gestalten zusammen mit Praktikantinnen und Praktikanten sowie Auszubildenden einen altersentsprechenden Tagesablauf.
Die Elementargruppe
Unsere Kita hat vier Elementargruppen mit bis zu 22 Kindern. Die Kinder
sind zwischen drei bis fünf Jahre alt. In allen vier Elementargruppen arbeiten Erziehende, Heilerziehende und/oder sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten. Außerdem werden die Gruppen ebenfalls von Praktikantinnen und Praktikanten sowie Auszubildenden unterstützt.
Die Vorschulgruppe
Eine Besonderheit ist unsere Vorschule mit einer altershomogenen Kinder-gruppe, die in Hamburg in dieser Form nur noch sehr selten zu finden ist. Wir freuen uns, den Kindern nicht nur ein zeitlich begrenztes Vorschulprogramm, sondern ein ganzes, für die Schule so wichtiges Vorschuljahr bieten zu können.
Diese Gruppe besteht aus ca. 22 Kindern, die fünf bis sechs Jahre alt sind, und wird von zwei pädagogischen Fachkräften sowie Praktikantinnen/Praktikanten und Auszubildenden betreut. Sie verpflichtet sich, nach den Hamburger Bildungsempfehlungen sowie den Richtlinien der Vorschulen in den Hamburger Grundschulen inhaltlich zu arbeiten und die Kinder in diesem so wichtigen Brückenjahr ganzheitlich zu fördern und auf die Schule vorzubereiten.
Unser pädagogisches Team besteht zurzeit aus 25 Mitarbeitenden, die Voll- bzw. Teilzeit in den verschiedenen Gruppen tätig sind, sowie einer Vollzeitkraft und zwei Teilzeitkräften im Büro. Sie haben eine abgeschlossene Berufsaus-bildung als Sozialpädagogische/r Assistent/in (Kinderpfleger/in), als Erzieher/in, Heilerziehungspfleger/in oder als Sozialpädagoge/in.
Alle Gruppen werden zusätzlich von Mitarbeitenden, die als „Springer“ sowie im Früh- und Spätdienst tätig sind, unterstützt.
Praktikantinnen/Praktikanten und Auszubildende sowie Mitarbeitende mit Behinderung aus den Elbe-Werkstätten ergänzen unser Team.
nser pädagogisches Personal – bunt gemischt aus Alt und Jung – hat sehr unterschiedliche Zusatzqualifikationen wie zum Beispiel Religionspädagogik, Psychomotorik, Inklusion u.v.m. und unterstützt sich mit Fachwissen unter-einander. Wir achten sehr auf einen intensiven Austausch der Mitarbeitenden im kleinen wie auch im gesamten Team.
In der Kindertagesstätte finden regelmäßig Dienstbesprechungen statt, in denen organisatorische und pädagogische Themen u.v.m. besprochen werden. Alle Mitarbeitenden treffen sich dreimal im Jahr zu einem eintägigen Studien-tag. Die Thematik wird situativ abhängig vom Team vorgeschlagen und mit einem/r Referenten/in gemeinsam erarbeitet.
Weiterhin bestehen die Möglichkeit und der Anspruch an ausgeschriebenen Fortbildungen teilzunehmen zum Beispiel zum Thema Inklusion, Kinderschutz, Partizipation, Beobachtung und Dokumentation etc. Dabei steht die fachliche und berufsbezogene Weiterqualifizierung des einzelnen Mitarbeitenden im Vordergrund.
Die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden untereinander hat Vorbild- und Modellcharakter für Kinder und Eltern. Darum gibt es einige Richtlinien für das Team:
- Gespräche miteinander, nicht übereinander
- Mitverantwortung aller im Hinblick auf das Erreichen von gemeinsamen Zielen
- Toleranz für die Stärken und Schwächen Einzelner
- Kooperation (Hilfestellung) statt Konkurrenz
- Interesse am Wohlbefinden des Anderen
Unsere Kita ist täglich von 06:30 bis 18:00 Uhr geöffnet:
-
06:30 – 08:00 Uhr Frühdienst
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15:30 – 18:00 Uhr Spätdienst (in den Sommerferien bis 17:00 Uhr)
Der Früh- und Spätdienst findet gruppenübergreifend statt. Die Schließzeiten sind wie folgt:
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2 Wochen in den Sommerferien (wird frühzeitig bekannt gegeben)
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3 Studientage im Jahr
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Brückentage (vor und nach Feiertagen)
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Zwischen Weihnachten und Neujahr
Ein Tag in unserer Kita…
In der Kindertagestätte leben wir in einem geregelten Tagesrhythmus, weil wir davon überzeugt sind, dass Strukturen und Rituale Kindern Sicherheit und Orientierung bieten.
Der Frühdienst beginnt um 06:30 Uhr (bis 08:00 Uhr).
Um 08:00 Uhr frühstücken alle Kinder gemeinsam in ihrer Gruppe.
Um 09:00 Uhr treffen sich alle Kinder zu einem gemeinsamen Morgenkreis, an manchen Tagen in der Woche findet dieser gruppenübergreifend statt. Gerade diese tägliche Begegnung fördert den Kontakt untereinander, das Kennenlernen aller Erziehenden, und bietet einen Raum für gemeinsame Absprachen von Regeln und Bedürfnissen (Partizipation, Demokratie wird geübt). Hier ist Raum zum Singen, Spielen, Musizieren (Orffsche Instrumente), auch wichtige Ereignisse einzelner Kinder (zum Beispiel Geburtstag, Urlaub, Besuch von Eltern) haben hier ihren Platz.
Jeden Mittwoch um 10:00 Uhr treffen sich alle Elementarkinder in der Kirche zu einem gemeinsamen Gottesdienst.
In der Zeit von 09:15 – 12:00 Uhr finden Projekte, Ausflüge, themenbezogene Aktivitäten, Stuhlkreise und Gartenaktivitäten etc. statt. Außerdem haben die Kinder Zeit im freien Spiel ihren Bedürfnissen und individuellen Bildungs-prozessen nachzugehen.
Das gemeinsame Mittagessen beginnt je nach Gruppe ab 11:30 Uhr. Anschließend haben die Krippenkinder zwei Stunden Mittagsruhe. Den Kindern in den Elementargruppen bieten wir die Möglichkeit des Mittagsschlafs zwischen 12:45 und 14:00 Uhr.
Nach einer kleinen Teepause um 14:15 Uhr beginnt für die Ganztagskinder die Freispielzeit im Haus oder draußen, die ab 15:30 Uhr in den Spätdienst (bis 18:00 Uhr) mündet. Die Krippenkinder werden bis 16:00 Uhr in ihren Räumlichkeiten betreut. Der Kita-Tag endet um 18:00 Uhr.
Das pädagogische Profil der Einrichtung
Wir gestalten einen Ort des gemeinsamen Lebens und Lernens, in dem Kinder sich wohl fühlen können und angenommen wissen. Der gemeinsame Austausch über Wünsche und Bedürfnisse, Sorgen und Nöte, Ansprüche und Freuden wird von Kindern und Erwachsenen ernst genommen (Partnerschaft) und wertgeschätzt. In der Begegnung mit den Erziehenden, die Zeit für die Kinder haben, erfahren sie Zuwendung, Liebe und Nähe. Unabhängig von individuellen geistigen, körperlichen und seelischen Voraussetzungen, erbrachten Leistungen, ihrer Herkunft und ihrer sozialen Schicht und Religion erleben sie bei uns Respekt und Achtung.
In unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind mit seiner Individualität, seinen Bedürfnissen und Lebensumständen im Mittelpunkt. Jedes Kind ist wertvoll und einzigartig und ist von Geburt an mit Kompetenzen und Fähigkeiten aus-gestattet. Entsprechend hat es das Recht, mit all seinen Stärken, Schwächen, Erwartungen und Ängsten akzeptiert und ernst genommen zu werden.
Angelehnt an den situationsorientierten Ansatz verstehen wir Kinder als aktive Lerner und Weltentdecker, die sich selbstständig ihre Umwelt aneignen und durch vielfältige Erfahrungen selbst bilden. Sie tragen ihre Potenziale und Fähig-keiten in sich und in dem sie mit allen Sinnen die Welt erforschen, erweitern sie stetig ihr Handlungsrepertoire. Jedes Kind lernt dabei in seinem individuellen Tempo und findet seinen eigenen Weg.


Das Kind braucht zugleich als soziales Wesen eine bewusst gestaltete Umwelt, Kontakt zu Kindern und Erwachsenen und die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wir möchten einen angstfreien Raum schaffen, aus dem heraus sie eigene Entscheidungs- und Handlungsmuster entwickeln und innerhalb eines Schutzraumes zu eigener „Ich-Stärke“ finden können.
In unserem Haus erleben die Kinder die Möglichkeit, ihre Ressourcen und Stärken zu entfalten und somit ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbst-bewusstsein aufzubauen. In einer lernfreudigen Atmosphäre entsteht die Neugier auf Neues und Freude an der eigenen Selbstbildung.
Wir als Erziehende wollen als feste Bezugspersonen mit den Kindern im ständigen Dialog stehen und ihnen somit ein Umfeld des Vertrauens und der Geborgenheit bieten.
Als vertraute Partnerinnen und Partner schaffen wir für Kinder und ihre Eltern eine liebevolle Atmosphäre und Nähe, in der wir sie in diesem besonderen Ab-schnitt ihres Lebens – der Kindergartenzeit – begleiten und unterstützen. Eine enge Bindung zum Kind und seinem Lebensumfeld haben für uns einen beson-ders hohen Stellenwert.
Wir koordinieren Ideen, Wünsche und Bedürfnisse und bieten den Kindern falls nötig Hilfestellung und setzen neue Impulse zur Weiterentwicklung. Wir ermutigen die Kinder individuell als aktive Begleiterinnen und Begleiter sich Situationen mit ihren eigenen Stärken und Schwächen zu stellen.
In unserer Rolle als Beobachtende holen wir die Kinder dort ab, wo sie sich in ihrer Entwicklung ganzheitlich befinden, um sie in ihrer Selbstständigkeit zu fördern. Entsprechend greifen wir als Entwicklungsbegleitende die Interessen und Themen der Kinder auf und unterstützen sie dabei sich selbst zu bilden.

Wir begegnen den Kindern auf Augenhöhe mit einer wertfreien und wertschät-zenden Haltung und sind uns unserer Vorbildfunktion stets bewusst. Jedes Kind wird von uns bedingungslos akzeptiert und in persönlichkeits-, alters-, geschlechts- und kulturspezifischen Besonderheiten respektiert. Entsprechend vermitteln wir den Kindern menschliche Werte und leben nach diesen aktiv im Gruppenalltag. Dabei reflektieren wir immer wieder unser Handeln und unsere eigene Haltung.
In der Begegnung mit einem verlässlichen Erziehendenverhalten erleben die Kinder liebevoll gesetzte Grenzen als Hilfestellung und können sie im Verlauf ihrer Entwicklung stetig erweitern. Immer wieder begegnen Kinder im Zusam-menleben mit Menschen – ihren Freundinnen und Freunden – Konflikten. Wir als Erziehende sehen unsere Aufgabe unter anderem darin, dem Kind Hilfen zu gewaltlosen Konfliktlösungen anzubieten.
Auf dem Weg zur Inklusion in der Albertinen Kindertagesstätte Schnelsen: Vielfalt leben
Mit Jesus Christus als Vorbild, leben wir Inklusion aktiv in unserem Alltag. Ent- sprechend war uns in unserer Kita mit einem religionspädagogischen Schwerpunkt schon immer wichtig zu betonen „jedes Kind ist uns willkommen“.
Unser Bildungs- und Erziehungsverständnis beruht somit auf dem Gedanken der Zugehörigkeit und dem Inklusionsbegriff der Hamburger Bildungs-empfehlungen als das „Recht aller auf Teilhabe in der sozialen Gemeinschaft“ (vgl. Hamburger Bildungsempfehlungen 2012, S.22).
Entsprechend haben wir auch Kinder mit speziellem Förderbedarf „weiter betreut“, die aufgrund von medizinischen Diagnosen, Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen bzw. -verzögerungen auf Wunsch der Eltern bei uns aufwachsen konnten. Jedes Kind hat bei uns das Recht darauf, sich in sozialer Gemeinschaft zu entwickeln und entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse gefördert zu werden. Darum ist der Inklusionsgedanke in jedem Kapitel der Konzeption enthalten. Warum dann dieser Abschnitt zu Inklusion?
Jesus machte in seinem Handeln deutlich, dass alle Menschen in ihrer Gesamtheit als Ebenbild Gottes geschaffen, von Gott gewollt und geliebt sind.
vgl. Gen. 1,27
Wir versuchen immer wieder den Inklusionsgedanken so zu sehen, wie er gedacht ist, als das große Ganze, das heißt „gemeinsam verschieden“ zu sein, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen. Normal ist allein die Tatsache, dass Unterschiede vorhanden sind. Während Integration häufig damit einhergeht, dass im Alltag automatisch Unterschiede, zum Beispiel durch Fördergruppen entstehen und die Kinder auf persönliche Einschränkungen reduziert werden, wollen wir genau das nicht. Dennoch ist uns die Herausforderung, welche mit dem Inklusionsgedanken einhergeht, bewusst. Kinder mit speziellen Voraussetzungen brauchen eigene auf sie abgestimmte Rahmenbedingungen. Diese müssen benannt und organisiert werden. Dieser Inklusionsabschnitt soll demnach verdeutlichen, dass es, um Inklusion im Kita-Alltag zu leben, auch einen Rahmen für das große Ganze braucht (Akzeptanz, barrierefreie Gestaltung, Therapieräume, Hilfsmittel, Personal, Fortbildungen u.v.m.).
Wir als Kita wollen nicht, dass sich das Kind unseren Rahmenbedingungen anpassen muss, sondern wir sehen es als unsere Aufgabe die Bedingungen zu schaffen, um den Rahmen individuell an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen.
Inklusion als Haltung
Eine wertschätzende und respektvolle Haltung unserer Mitarbeitenden gegen-über dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes und seinen individuellen Voraussetzungen ist für uns die Basis unserer pädagogischen Arbeit. Wir wollen allen Kindern die Chance ermöglichen, sich gemeinsam mit anderen im Spiel zu entfalten und versuchen stets die Angebote dementsprechend an-zupassen. Uns ist es wichtig, dass alle Mitarbeitenden immer wieder ihre eigene Haltung, ihre individuell geprägten Denkweisen und ihr Handeln hinterfragen und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind.
Unsere Erziehenden kennen die UN-Kinderrechtskonventionen, die damit einhergehenden Rechte für Kinder und setzen diese aktiv im Alltag um. Sie tauschen sich regelmäßig in Dienstbesprechungen mit anderen Kollegen aus und bilden sich interdisziplinär in Fortbildungen weiter.
Um eine Alltagskultur gestalten zu können, in der der Inklusionsgedanke echte Akzeptanz findet, braucht es einen offenen Dialog und eine gemeinsame Haltung aller Beteiligten (Mitarbeitende, Eltern, Kinder und Außenstehende), die von Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Wir sind uns bewusst, dass dieses ein hohes Ziel und immerwährende Aufgabe und kontinuierlicher Prozess ist (zum Beispiel durch Aufklärung, Teamaustausch, Themenelternabende, Projekte u.v.m.). Wir sehen Vielfalt als Chance für jeden Einzelnen, seinen Erfahrungsraum zu erweitern und zu bereichern.
Gemeinsam von Anfang an Vielfalt sichtbar werden lassen
In der Auseinandersetzung mit Inklusion hat die vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung einen besonderen Stellenwert (vgl. Louise Derman-Sparks 1989). Für uns als pädagogische Fachkräfte und Vorbilder geht es darum eine vor-urteilsbewusste und klare Wertorientierung zu vermitteln. Unterschiede sind gut, diskriminierende Vorstellungen und Handlungsweisen sind es nicht.
Daher sehen wir es im pädagogischen Alltag als unsere Aufgabe
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alle Kinder in ihrer Identität zu stärken (Recht aller Kinder auf Sicherheit) und sie spüren zu lassen, dass sie so wie sie sind, richtig sind;
-
allen Kindern Erfahrung mit Vielfalt zu ermöglichen;
-
kritisches Denken über Gerechtigkeit und Fairness anzuregen;
-
aktiv zu werden gegen Unrecht und Diskriminierung.
Die Kita ist oft als erste pädagogische Einrichtung im Leben eines Kindes grund-legend, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erleben und als Normalität zu erfahren. So haben wir auch in unserer Kita sehr positive Erfahrungen mit unseren Mitarbeitenden aus den Elbe-Werkstätten und den Kindern erleben können. Wir wollen, dass die Kinder frühzeitig vielfältige Begegnungen mit anderen Sprachen, Kulturen, Verhaltensweisen oder körperlichen Voraus-setzungen haben, um somit Voreingenommenheit gar nicht erst entstehen zu lassen.
Dazu braucht es vor allem begleitende Interaktion und Kommunikation durch unsere Erziehenden und entsprechende Rahmenbedingungen. Jedes Kind ist einzigartig, lernt und entwickelt sich in seinem individuellen Tempo und benötigt dabei unterschiedliche Begleitung.
Partizipation aller
Inklusion als aktive Teilhabe aller Kinder am Kita-Alltag bedeutet, dass jedes Kind mit oder ohne Einschränkung die Hilfe bekommt, die es braucht. Die pädagogischen Angebote werden dementsprechend an die Bedürfnisse der Kinder angepasst. Sei es dass Kinder, die Auszeiten brauchen, diese bekommen, sei es dass Ausflüge so geplant werden, dass auch Kinder mit körperlichen Einschränkungen selbstverständlich daran teilnehmen können, sei es dass sprachliche Barrieren durch Hilfsmittel wie zum Beispiel Bilder, Gebärden etc. abgebaut werden. Hilfestellungen zu geben, bedeutet für unsere Erziehende vor allem zwischen den Kindern mit und ohne Einschränkungen oder Behinderungen Barrieren abzubauen und Anlässe zum Beziehungsaufbau zu initiieren. Dazu gehört, bei Spiel- oder Gesprächsanlässen den Umgang der Kinder miteinander zu begleiten und Verständnis füreinander zu schaffen (zum Beispiel in der Kommunikation geduldig sein, langsam und deutlich sprechen, Körpersprache achtsam wahrnehmen usw.).
Spezieller Förderbedarf
Wir als Kita befinden uns auf dem Weg unsere pädagogische Arbeit und unser Handeln auf allen Ebenen (Räumlichkeiten, Personalqualifizierung, Angebots-gestaltung) inklusiv auszurichten. Die Rahmenbedingungen (Räumlichkeiten, personelle Situation, finanzielle Spielräume) bestimmen maßgeblich unsere Handlungsmöglichkeiten, daher muss über die jeweilige Aufnahme eines Kindes mit speziellen Fördermaßnahmen im Einzelfall entschieden werden. Umso wichtiger ist uns vor der Aufnahme eines Kindes die Sicherstellung des individuellen Förder- und Pflegebedarfs. Was braucht das Kind von uns als Kita (räumlich, personell, medizinisch, therapeutisch etc.)? Können wir die nötigen Voraussetzungen erfüllen (zum Beispiel Gruppengröße entsprechend reduzieren oder weiteres Personal sowie Hilfsmittel und Material organisieren)? Unser Ziel ist es, dass alle Kinder ihren persönlichen Bildungsweg gehen können und die dazu benötigten Voraussetzungen geschaffen werden und somit für jedes Kind Vielfalt im Alltag erlebbar wird.
Geeignetes Personal
Der Gedanke der Inklusion bestimmt auch unsere Entscheidungen bei der Auswahl des Personals. Unter unseren Mitarbeitenden befinden sich unter anderem auch bereits pädagogische Fachkräfte mit heilpädagogischer Ausbildung sowie Fremd-sprachen sprechende und muslimische Mitarbeitende, die offen für unseren christlichen religionspädagogischen Ansatz sind. Im Hinblick auf Neuein-stellungen legen wir großen Wert auf zusätzliches Personal mit dieser und ähnlicher pädagogischer Qualifizierung.
Raumkonzept
Ein barrierefreies Gelände sowie ein Therapieraum für zusätzlich notwendige logopädische, physiotherapeutische und heilpädagogische Förderung gehören für uns dazu. Ein Raumkonzept, das so gestaltet ist, dass es Bildungsanreize für alle Kinder bietet, Barrieren abbaut und den speziellen Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes gerecht werden kann, sei es in Kleingruppenarbeit oder Einzel-förderung, in Ruheräumem oder Bewegungslandschaften, ist grundlegend für unser Verständnis von inklusiver Pädagogik.
Hilfsmittel und Materialien
Kinder mit Förderbedarf benötigen oftmals zur Bewältigung ihres Alltags unterschiedliche Hilfsmittel sowie Materialien. Wir als Kita stehen den Eltern bei der Auswahl und Beschaffung beratend zur Seite und stellen ausreichend therapeutisches Material zu Verfügung. Die Hilfsmittel sollten dem Kind ermög-lichen so selbstständig wie möglich zu werden und am Kitaleben teilzuhaben.
Enge Zusammenarbeit mit den Eltern und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Eine enge Zusammenarbeit mit den Familien ist für uns von großer Bedeutung, da sie die Grundlage schafft, um das Kind kennenzulernen, Bindung aufzubauen und in seiner Entwicklung zu unterstützen. Insbesondere in der Eingewöhnung brauchen Kinder mit speziellem Förderbedarf ein erhöhtes Maß an Aufmerk-samkeit und Austausch. Im ständigen Kontakt mit den Eltern als Experten für ihre Kinder wollen wir in der Kitazeit den Familien mit Rat und Tat zur Seite stehen, sie in Momenten der Überforderung unterstützen und ihnen die Hilfe geben, die sie brauchen.
Um den individuellen Bedürfnissen der Kinder mit speziellem Förderbedarf gerecht zu werden, braucht es darüber hinaus immer auch sozialraum-orientierte, interdisziplinäre Zusammenarbeit und das Schaffen eines Netz-werkes. Diesbezüglich arbeiten wir bei Bedarf mit verschiedenen Kooperations-partnern wie Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, Logopädinnen und Logopäden, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Fachberatungen etc. und dem Zentrum der interdisziplinären Frühförderung Hamburg-Niendorf zusammen.
Beobachtung und Dokumentation
Wie bei allen Kindern in der Kita finden regelmäßige Elterngespräche mit
den Erziehenden statt, in denen die Entwicklung des Kindes anhand von Beobachtungen und Dokumentationen (unter Einbeziehung des Portfolios) besprochen werden.
Darüber hinaus informiert sich die Kita regelmäßig über den aktuellen Entwick-lungsstand des Kindes und bespricht Förder- und Behandlungspläne gemein-sam mit den Familien und weiteren Beteiligten (Frühförderung, Therapeuten etc.). Auf dieser Grundlage werden individuelle für das Kind zugeschnittene Angebote und Ziele mit Zeitangaben in der Kita festgelegt und bedarfsbezogen durch therapeutische Angebote ergänzt. Einmal jährlich wird der aktuelle Stand und die weiteren notwendigen Förder- und Pflegebedarfe besprochen und in einem interdisziplinären Entwicklungsbericht zusammengefasst.
Für einen gelungenen Übergang des Kindes in die Schule ist bezüglich des speziellen Förderbedarfs ein ausführlicher Abschlussbericht wichtig, der alle notwendigen Förder- und Pflegebedarfsaspekte berücksichtigt und weitergibt.
Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Kindertagesstätte. Wir gestalten den Alltag und das Zusammenleben in der Kita gemeinsam mit den Kindern.
Partizipation (= Teilhabe) basiert auf Demokratie, deren drei Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind. Wir leben in einem Land, in dem sich Demokratie als Staatsform bewährt hat. Im Kindergarten geht es nicht um Demokratie als Staatsform, sondern als Lebensweise.
Partizipation ist ein wesentliches Element demokratischer Lebensweise und bedeutet für uns, Kinder in möglichst viele Entscheidungsprozesse, die ihre Person betreffen, einzubeziehen. Wir beteiligen die Kinder an möglichst Vielem, was das alltägliche Leben betrifft. Kinder teilhaben zu lassen, bedeutet aber nicht, dass Kinder alles dürfen! Es geht um das Recht der Kinder, ihre Meinung frei zu äußern und diese Meinung angemessen und entsprechend ihres Alters und ihrer Reife zu berücksichtigen. Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das körperliche oder seelische Wohl des Kindes gefährdet wird.

Unsere Haltung
Partizipation als fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit setzt eine be-stimmte Haltung bzw. Einstellung der Erziehenden Kindern gegenüber voraus: Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, die in der Lage sind ihren Alltag entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen eigenständig zu ge-stalten (siehe Kapitel 2.3 Partizipation im Hinblick auf Kinder mit speziellem Förderbedarf). Wir trauen Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und begegnen
ihnen mit Respekt, Achtung und Wertschätzung. So lernen sie sich mit ihrer Umwelt kritisch auseinanderzusetzen und Verantwortung zu tragen (für ihre Entscheidungen und deren Folgen). Die Kinder lernen, dass Engagement etwas bewirken kann.
Hineinwachsen in Partizipation
Um sich einzumischen, müssen Kinder eine Vorstellung darüber entwickeln können, was für sie gut ist, und in der Lage sein, ihr Umfeld kritisch zu betrachten. Umso wichtiger ist ein Hineinwachsen in Teilhabeprozesse von Anfang an, also schon bei den ganz Kleinen in der Krippe.
Wir ermutigen die Kinder im Alltag, ihre Bedürfnisse verbal und nonverbal zu äußern, und ermöglichen es ihnen, ihren Alltag mitzugestalten. Zum Beispiel „wo (in der Gruppe/Flur/draußen), mit wem und was (Basteln, Rollenspiele etc.) möchte ich spielen“. Wir geben den Kindern somit die Möglichkeit, verschiedene Handlungen zu erproben und sich selbstbestimmt in der Kita zu entfalten. Wir nehmen Kindern Lösungswege nicht vorweg oder legen sie ihnen in den Mund, sondern ermutigen und begleiten sie dabei nach eigenen Lösungen zu suchen.
Je jünger die Kinder, umso wichtiger die Beobachtung und Beachtung der nonverbalen Zeichen des Kindes für individuelle Grenzen und den Wunsch nach Eigenständigkeit. Entsprechend bedeutsam ist zum Erkennen der Bedürfnisse bei den Kleinsten in der Krippe das aktive Zuhören und Nachfragen, sowie das bewusste Wahrnehmen von Signalen der Körpersprache und Lautäußerungen wie zum Beispiel Abwehr durch Körperanspannung, Ignorieren, Weinen, Wut etc.
Wie gut Kinder es gelernt haben (oder auch nicht) für sich zu sorgen, erleben wir am Ende der Kindergartenzeit in unserer Vorschulgruppe, in der Teilhabe und selbstbestimmtes Auftreten in immer größerem Umfang möglich und im Hinblick auf die Erweiterung des Lebenshorizontes in Schule und Vereinen etc. weiter geübt wird.
Unsere Formen der Mitbestimmung Demokratie erlebbar machen
Kinder lernen nur, anderen Menschen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung zu begegnen, wenn sie dies selbst erfahren. Wir versuchen mit unserem Handeln den Kindern ein Vorbild zu sein. Wir ermöglichen ihnen die Erfahrung, dass sie ihre Meinung frei äußern können und dass ihre Meinung wichtig ist.
Mitbestimmung und Entscheidung findet zum Beispiel bei der Morgenkreis-gestaltung, Projektplanung oder in unseren Kinderkonferenzen statt. Bei Abstimmungen zählt jede Stimme gleich viel. Die Erziehenden nutzen alters-gerechte Beteiligungsformen wie zum Beispiel Punkte oder Bilderprotokolle.
Beschwerdemanagement für Kinder
Mit dem 2012 eingeführten Bundeskinderschutzgesetz ist Kindern neben dem Beteiligungsrecht auch ein allgemeines Beschwerderecht zugesprochen worden. Alle Beschwerden der Kinder werden von uns ernst genommen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, eine Beteiligungs- und Dialogkultur in der Kita zu fördern und zu leben, die die Bedürfnisse der Kinder achtsam wahrnimmt.
Indem wir die Äußerungen der Kinder aufgreifen und sie zu Aushandlungs-prozessen zwischen Kindern und Erwachsenen machen, geben wir den Kindern Anlass für Erfahrungen der Selbstwirksamkeit.
So gibt es in unserer Kita schon lange fest eingeführte Rituale, wie zum Beispiel die gruppeninternen, regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen, bei denen Beschwerden mithilfe eines Beschwerdeformulars aufgenommen und gemein-sam bearbeitet werden. Dort sollen die Kinder altersentsprechend animiert werden vor der Gruppe ihre Wünsche zu äußern sowie bestehende Regeln und Gegebenheiten zu hinterfragen. Als Beispiel: „Warum dürfen eigentlich nur drei Kinder in die Tobe-Ecke?“. Zudem geben Gesprächs- und Reflexionsrunden vor und nach den Projekten Kindern die Möglichkeit sich aktiv einzubringen. Auch Beschwerden als visualisierte Statements wie zum Beispiel der Beschwerde-und Wunschbriefkasten in der Vorschulgruppe machen Partizipation in unserer Kita aktiv erlebbar (Näheres hierzu siehe Schutzkonzept).

Auch Kinder machen in ihrem Leben vielfältige Erfahrungen von Angenommen-sein, Geborgenheit, Vertrauen, Dankbarkeit und Vergebung. Sie erleben aber auch Ausgrenzung, Streit, Neid, Traurigkeit und Einsamkeit.
Sie suchen nach Deutung in Bezug auf Fragen, die sich in ihrem Lebensumfeld ergeben, zum Beispiel Geburt, Tod, Abschied etc. Deshalb ergeben sich die Inhalte der religionspädagogischen Arbeit aus den Lebensthemen der Kinder und den kirchlichen Festen im Jahresablauf.
Auch die Bibel beschreibt all diese Lebens- und Erfahrungswelten, wenn auch in einer anderen Zeit. Jesus Christus zeigt uns, wie wir miteinander umgehen und Frieden stiften können.

Einmal wöchentlich findet für die dreijährigen Kinder in der Kita ein Gottesdienst statt. Die älteren Kinder gehen in die Kirche am Krankenhaus (Krippenkinder in den Raum der Stille des Krankenhauses) und gestalten dort ebenfalls einen Kindergottesdienst. In dieser besonderen Atmosphäre und Gemeinschaft hören die Kinder biblische Geschichten, die später im Verlauf des Tages in den Gruppen durch praktisches Tun vertieft werden können. Eltern werden über den Inhalt der Gottesdienste informiert. Darüber hinaus gehören das Gebet im Morgenkreis und vor den Mahlzeiten, das Singen christlicher Lieder und die Gestaltung der kirchlichen Feste zum festen Bestandteil unserer Arbeit.
Religionspädagogik ist für uns ein selbstverständlicher Teil des gemeinsamen Lebens mit Kindern. Der christliche Glaube ist die Basis unserer Arbeit. Darum ist es auch unser Anliegen, dass Glaube in die alltäglichen Erfahrungen und Erlebnisse der Kinder integriert wird. Unserer Meinung nach sorgt sie für ein Entwicklungsklima der Geborgenheit. Das Evangelium ist eine frohe Botschaft, die Kindern und Erwachsenen Mut macht, das Leben zu gestalten.
Nach unserer Auffassung ist Religionspädagogik immer ganzheitlich ausgerichtet und kein von der übrigen Pädagogik abgetrennter Bereich.
So gibt es im Laufe eines Kindergartentages viele Momente der Begegnung mit dem Glauben und dem praktischen Leben mit Gott.
Wir stellen uns neben unserem Glauben aber auch bewusst der interkulturellen Erziehung. Kinder mit Migrationshintergrund und ihre Familien zu integrieren, ihnen ihre Religion, ihre Kultur und ihre Lebensgewohnheiten zu lassen und gleichzeitig bei den anderen Kindern Toleranz, Verständnis und Akzeptanz zu erreichen, ist unser Ziel.

In unserer Kindertagesstätte spielen die Themen Ernährung, Bewegung und Gesundheit selbstverständlich eine wichtige Rolle. Wir als Kita wollen dazu beitragen, den Kindern eine gesundheitsfördernde Kultur in den Bereichen Körper, Bewegung und Ernährung zu vermitteln. Als Vorbilder, aber auch als Begleitende möchten wir die Kinder darin unterstützen ein gesundes Ess-verhalten und einen bewegten Alltag zu erleben, der sich positiv auf ihre Entwicklung und die Gesundheit auswirkt.
Ernährung
Frühe Ernährungsgewohnheiten prägen das Essverhalten von Kindern. Entsprechend lernen wir mit den Kindern den Ursprung der Lebensmittel kennen, machen Projekte und Ausflüge zu diesen Themen und erforschen und erleben die Nahrungsmittel mit allen Sinnen.
Ebenso gehört für uns eine gemeinsame Esskultur dazu. Essen bedeutet Genuss und Geselligkeit, braucht aber auch Regeln. Wir essen mit den Kindern zu festen Zeiten in den Gruppen. Wir versuchen dabei stets, die Kinder altersgerecht in ihrer Selbstständigkeit (selber essen, das Besteck halten, Getränke eingießen oder Essen auffüllen) und dem Sitzen am Tisch sowie der Kommunikation zu
stärken. Essen soll dabei Spaß machen und in einer gemütlichen Atmosphäre zu einem freudigen Tagespunkt für die Kinder im Kita-Alltag werden.

In unserer Einrichtung werden alle Mahlzeiten von der Kita gestellt
Neben einem Frühstück und Mittagessen (individuelle Besonderheiten wie zum Beispiel Allergien, kein Schweinefleisch, Diät-/Sondenkost etc. werden berücksichtigt) bieten wir den Gruppen am Vormittag und nach der Mittagsruhe eine Zwischenmahlzeit an. Diese besteht aus einer Auswahl an jahreszeitlich abgestimmten Obst- und Gemüsesorten. Altersentsprechend werden die Zwischenmahlzeiten gerne zusammen mit den Kindern zubereitet. Als Getränke stehen den Kindern ungesüßte Tees, Milch und Mineralwasser zur Verfügung.
Dadurch erleben sie, dass wir an vielen Stellen auf Zucker verzichten können. Süßigkeiten sind in unserem Haus aber nicht grundsätzlich verboten.
Bewegung
Bewegung ist insbesondere in den ersten Lebensjahren von grundlegender Bedeutung für die individuelle kindliche Entwicklung und Gesundheit. Schon bei den Allerkleinsten in der Krippe ist Bewegung ein wichtiges Erfahrungsmittel um Eindrücke aus Ihrer Umwelt aufzunehmen und zu verarbeiten. Über die verschiedensten Bewegungsarten wie das Greifen, Drehen, Rollen, Krabbeln, Kriechen, Schaukeln, Wippen, Balancieren, Klettern, Hüpfen, Rutschen,
Springen oder Rennen erschließen die Kinder sich selbst und die Welt um sie herum. Mit allen Sinnen erleben sie sich und ihre Umwelt ganzheitlich und lernen Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu bekommen.
Wir wollen die Freude an Bewegung, die die Kinder von Geburt an haben, gezielt fördern und ihnen die Räume und Zeiten dafür ermöglichen. Dies bedeutet für uns, den Kindern im spontanen Spiel genügend Bewegungsmöglichkeiten zu bieten oder auch in geplant angeleiteten Bewegungsangeboten, wie zum Beispiel beim wöchentlichen Turnen im Bewegungsraum mit unterschiedlichen Schwerpunkten Platz zum Ausprobieren bereit zu stellen. Dabei sorgen wir dafür, dass allen Kindern entsprechend ihrer individuellen Gegebenheiten angemessene Bewegungsanreize geboten werden.

Bereits in der Krippe sind unsere Räume so gestaltet, dass die Kinder durch verschiedene Ebenen Höhen und Tiefen erleben und eigene Körpererfahrungen machen können. Ebenso findet in unseren Morgenkreisen bei den Kleinsten und auch den Großen Bewegung durch Tanz und Musik statt. Wir sorgen dafür, dass sich die Kinder genügend an der frischen Luft bewegen. So nutzen sie in der Regel täglich und bei fast jedem Wetter das Außengelände. Auch in den Fluren und im Bewegungsraum finden Kinder genügend Raum zum Toben und Klettern. Zusätzlich haben einige Gruppen in ihren Raumkonzepten unter-schiedliche Bewegungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Schaukeln, Matten, Trampoline und Hängematten, die jederzeit genutzt werden können.
Um den Körper mit allen Sinnen ganzheitlich zu erleben und ausgeglichen und aufnahmefähig zu sein, gibt es neben der Bewegung auch Entspannungsphasen für die Kinder. Diese können auf unterschiedlichste Weise stattfinden, sei es durch Ruhezeiten, Traumreisen, Kinderyoga u.v.m. Der Tagesablauf ist dabei so strukturiert, dass die Kinder ein Gleichgewicht von Aktivität und Ruhe erfahren. Unsere Krippenkinder und auch einige der Elementarkinder haben nach dem Mittagessen die Möglichkeit sich unter Aufsicht in unseren Schlaf-räumen hinzulegen. Kinder die nicht mehr schlafen, können sich in der Mittagszeit in einer unserer gemütlichen Kuschelecken ausruhen oder anderen eher ruhigen Aktivitäten nachgehen.
Gesundheit
Wir versuchen mit einer gesundheitsfördernden Perspektive, die die Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung beinhaltet, unseren Blick auf die Ressourcen eines jeden einzelnen Kindes zu richten und dieses in seiner individuellen Entwicklung zu unterstützen. Für uns ist Gesundheitsförderung ein Prozess, der die Kinder dazu befähigen soll, ihre Gesundheit eigenverantwortlich zu stärken. Entsprechend sehen wir es als unsere Aufgabe, Gesund-heitswissen altersgerecht zu vermitteln, sodass die Kinder wissen was gesund ist und ihnen gut tut und ihr Verhalten diesbezüglich ausrichten.
Wir wollen den Kindern das Thema Körperhygiene nahe bringen.
Dazu gehören unter anderem das richtige Händewaschen, die Zahnpflege sowie der Toilettengang.
Bei uns haben alle Kinder einen eigenen Zahnputzbecher und eine Zahnbürste und wir achten darauf, dass sie nach dem Essen ihre Zähne putzen. Einmal im Jahr findet in unserem Haus eine „Zahnwoche“ statt. In dieser Zeit besucht uns unter anderem ein/e Zahnarzt/-ärztin, der/die mit den Kindern spielerisch zur gesunden Ernährung und Zahnprophylaxe arbeitet.
Kinder, die eine Windel tragen, werden von uns mit Rücksicht auf ihre Intim-sphäre im Sanitärbereich gewickelt (siehe Schutzkonzept). Wir achten dabei immer darauf, die Wickelsituation für die Kinder angenehm zu gestalten und mit dem Kind im Dialog und positiven Kontakt zu sein. Die Kinder werden dabei stets von ihnen vertrauten Personen gewickelt. Wir wollen die Kinder in ihrer Sauberkeitsentwicklung unterstützen und sie darin bestärken, eigenständig zur Toilette zu gehen. Wir besprechen dieses Thema gemeinsam mit dem
Kind und den Eltern, so dass das Kind lernt, auf sein eigenes Körpergefühl zu vertrauen. Außerdem finden dazu in der Krippe spezielle Elterngespräche statt. Entsprechend nehmen wir die Verantwortung für die Gesundheit des Kindes ernst und stehen Eltern gern beratend zur Seite, die für diese Entwicklungs-phase Tipps erhalten möchten.
Zum Thema Gesundheit gehört zum Schluss auch das Thema Krankheit. Der gesundheitliche Zustand der Kinder wird beobachtet und Auffälligkeiten werden den Eltern mitgeteilt. Die Mitarbeitenden wirken bei der Früherkennung von Entwicklungsrückständen und Behinderungen mit (siehe dazu auch Kapitel 2.3). Die Eltern werden angeregt, die Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen und die ärztliche Beratung wahrzunehmen.
Der Spracherwerb ist für die Entwicklung der Kinder von besonderer Bedeutung. Sprachliche Bildung als kontinuierlicher Prozess beinhaltet sowohl das Sprach-verständnis als auch die Sprechfähigkeit. Sprache umfasst dabei ganzheitlich verbal, vor- und nichtsprachliche Kommunikation der Kinder in allen Alters-und Entwicklungsstufen und ist ein individuell auf das Kind und dessen Sprachentwicklung abgestimmter Dialog.
Sprachliche Kompetenzen sind sogenannte Schlüsselkompetenzen. Sie sind wichtig, um andere auch langfristig bedeutsame Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, zum Beispiel mit anderen kooperieren oder Handlungen und Gefühle auszudrücken.
Kinder lernen Sprache vor allem über ihre aktive Verwendung in gemeinsamen Handlungen und Dialogen. In der alltäglichen Auseinandersetzung mit Menschen und Dingen erleben sie den Nutzen von Sprache und entwickeln allmählich ein Verständnis für Sprachmuster und sprachliche Regeln (vgl. Bruner 2009).
In unserem Alltag sprechen wir statt von Sprachförderung lieber von sprachlicher Bildung. Mit unseren Angeboten schaffen wir eine interaktions- und kommunikationsfreudige Umgebung, über die wir Sprache bei Kindern gezielt und regelmäßig anregen und fördern, wie zum Beispiel durch Reim- und Sprachspiele, Lieder, Singspiele, Buchvorstellung und Wortschatzerweiterung innerhalb der Projektarbeit, aber auch bei Besuchen in der Bücherhalle. Sprachliches Lernen findet besonders intensiv in kleinen, emotional nahen Situationen statt, in denen Kinder sich mit Erwachsenen austauschen. Diese bewussten Sprechanlässe entstehen zum Beispiel beim Erleben von Tischgemeinschaft, beim Einüben verbaler Lösungsmöglichkeiten von Konfliktsituationen oder beim Erlernen von Höflichkeits- und Ausdrucksformen über die eigene Gefühlswelt.
Weitere Gelegenheiten ergeben sich bei uns zum Beispiel auch in der Arbeit am eigenen Portfolio. Sprachliche Anregungen werden unter anderem in der Lernwerkstatt oder bei den Kinderkonferenzen geboten.

Die Mitarbeitenden sind sich ihrer Funktion als Sprachvorbilder stets bewusst und sehen ihre Aufgabe der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung als Ergänzung zu gezielt additiven Sprachförderungen, welche von speziellen Logopädinnen und Logopäden durchgeführt werden. Sie beobachten und dokumentieren die sprachliche Entwicklung der Kinder und besprechen bei speziellem Förderbedarf diese mit den Eltern und unterstützen sie bei der Suche nach geeigneten Fördermaßnahmen. Für Kinder mit ungünstiger Sprachentwicklung haben wir unterschiedliche Materialien zur gezielten Förderung. Das Team wird in unregelmäßigen Abständen von einem/r Stimm- und Sprachtherapeuten/in begleitet und geschult.
Um eine möglichst optimale Lernumgebung schaffen zu können, in der jedes Kind individuell gefördert werden kann, werden Kinder systematisch in den unterschiedlichsten Tagesabläufen beobachtet.
Es gibt für Kinder keine pädagogisch wichtigen oder unwichtigen Situationen. In jeder Situation werden wichtige Erfahrungen gemacht und wird gelernt; ob das Kind mit anderen Kindern ein Brettspiel spielt, in hauswirtschaftliche Tätigkeiten eingebunden ist, mit Bauklötzen baut oder sich alleine ein Bilder-buch anschaut. Die Erziehenden beobachten das Verhalten des Kindes und das Zusammenleben in der Gruppe. Aus diesen Beobachtungen ergeben sich Ziele für unsere Themen und unser pädagogisches Handeln.

Portfolio
Alle Kinder bekommen mit Beginn ihrer Kindergartenzeit einen eigenen Ordner, der bis zum Eintritt in die Schule wie ein Tagebuch weitergeführt wird, das sogenannte Portfolio. Unter einem Portfolio versteht man bezogen auf die pädagogische Arbeit mit Kindern „die systematische Dokumentation sozialer, emotionaler und kognitiver Fähigkeiten eines Kindes unter Einbeziehung seines sozialen Umfeldes...“ (Bostelmann, 2006, S. 6).
Den größten Anteil am Portfolio haben die „Arbeitsproben“ der Kinder, meist in Form von Zeichnungen etc., dazu gehören erste Schreibversuche durch von Fachkräften diktierte Texte. Fotos dokumentieren Handlungen und Tätigkeiten des Kindes noch mal in einer ganz anderen Art und Weise. So geben Portfolios Aufschluss über Interesse, Engagiertheit, Ausdauer, Vorlieben und soziale Beziehungen eines Kindes. Die Beobachtungen und Notizen der Erziehenden zur Entwicklung und zum Verhalten der Kinder dienen aber auch als wichtige Informationsquelle für die Planung von Elterngesprächen. Wir haben das Konzept des Portfolios übernommen, weil es den Erziehenden, Kindern sowie Eltern gleichermaßen sehr anschaulich die Weiterentwicklung im Laufe der Kita-Zeit aufzeigt.
Entwicklungsdokumentation
Die Individualität jedes einzelnen Kindes steht bei uns im Fokus. So haben wir die Entwicklungspotentiale, Vorlieben und Stärken der Kinder immer im Blick. Grundlage für die Elterngespräche sind individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Dokumentationen über Fortschritte des Kindes und ihre Portfolios.
Um die gesamte Entwicklung eines Kindes über die Jahre hinweg (von der Krippe bis zur Vorschule) überblicken zu können, nutzen unsere Mitarbeitenden neben den täglichen Beobachtungen zusätzlich ergänzend die standardisierten Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren nach „Petermann, Petermann, Ute Koglin“. Für Kinder mit besonderem Förderbedarf werden interdisziplinär spezielle Förder- und Behandlungspläne erstellt (siehe hierzu Kapitel 2.3).
Wir haben in unserer Kindertagesstätte den Anspruch, ein sicherer Ort vor Gewalt jeglicher Art zu sein und den Kindern ein Umfeld der Geborgenheit und Sicherheit zu bieten, sodass sie sich behütet und beschützt individuell entwickeln können.
Dem Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Familienpflege und in Einrichtungen zur Betreuung von Kindern, zum Beispiel in einer Kinder-tagesstätte, ist im SGB VIII ein eigener Abschnitt gewidmet (§ 43 bis 49).
SGB VIII §8 a regelt den sogenannten „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“. Ziel des Gesetzes so §1 (1) ist es „das Wohl von Kindern und Jugend-lichen zu schützen und ihre geistige, körperliche und seelische Entwicklung zu fördern.“ Demzufolge sind Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe beauftragt bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zu handeln.
Auch unsere Einrichtung ist verpflichtet, den Schutz der Kinder im Blick zu haben und hat diesbezüglich ein eigenes Schutzkonzept entwickelt. Der Träger der Kindertagesstätte, die Albertinen Diakoniewerk gGmbH, verpflichtet sich im Hinblick auf die Eignung des Personals einen Nachweis über Vorlage und Prüfung von aufgabenspezifischen Ausbildungsnachweisen sowie von Führungszeugnissen zu erbringen.
Darüber hinaus ist es die Aufgabe einer staatlichen Gemeinschaft „Eltern bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsrechts und ihrer Erziehungsverantwortung zu unterstützen“ (SGB VIII, §1, 3). Entstehen bei der Betreuung der Kinder Zweifel, dass Eltern dieser Verantwortung nicht nachkommen, gibt es in unserer Einrichtung ein beschriebenes und systematisiertes Verfahren zur Vorgehensweise (siehe Schutzkonzept). Außerdem wird das Team in regelmäßigen Abständen von erfahrenen Fachkräften hinsichtlich dieser Thematik geschult.
Neben dem für unsere Kita entwickelten Schutzkonzept ist eine weitere Grundvoraussetzung für eine kindgerechte Sexualerziehung und dem Schutz vor sexualisierter Gewalt ein professionelles Kita-Team. Dies heißt für uns in Bezug auf Nähe und Distanz sowie dem Umgang mit kindlicher Sexualität eine gemeinsame und klare Haltung aller Mitarbeitenden. Es setzt zugleich handlungsfähige und kompetente Fachkräfte voraus.
Den Kitakindern und Eltern kann die Gewissheit gegeben werden, dass sich alle Erwachsenen in ähnlicher Weise verhalten. Dies vermittelt Sicherheit und die Kinder können besser einschätzen, wann ein Erwachsener sich grenzverletzend oder gar sexuell übergriffig verhält. Als Inklusionskita ist außerdem nicht außer Acht zu lassen, dass Kinder mit einer Behinderung oder speziellem Förderbedarf aufgrund ihrer Einschränkungen (zum Beispiel intensiver Pflegebedarf, eingeschränkte Kommunikation etc.) schutzbedürftiger sind als andere. Alle Kinder und Eltern können sich auf den Schutz durch unsere Pädagoginnen und Pädadogen verlassen und darauf, dass diese bei Bedarf aktiv eingreifen werden (siehe Schutzkonzept).
In jedem Fall steht der Kinderschutz, das Kindeswohl, vor dem Schutz der Mitarbeitenden und der Institution.
Sexualpädagogik in unserer Kita
Wir sehen es als unsere Aufgabe, den Kindern ihr Selbstbestimmungsrecht hinsichtlich lustvoller und körperbejahender kindlicher Neugier am eigenen Körper zu ermöglichen und zugleich unseren Schutzauftrag als Kita zu erfüllen.
Die für unsere Kita entwickelte sexualpädagogische Konzeption (siehe Schutz-konzept) ermöglicht dieses und spiegelt die gemeinsame und professionelle Haltung der Einrichtung zum Thema Sexualpädagogik in der Kita wieder.
Zugleich schafft das sexualpädagogische Konzept für alle Beteiligten (Eltern, Erziehende, Kinder) Transparenz nach innen und außen und veranschaulicht die gemeinsam entwickelten pädagogischen Leitlinien, Regeln und Vereinbarungen. Dies ermöglicht Sicherheit und einen kompetenten Umgang mit Sexualität im pädagogischen Bereich und unterstützt das Handeln in schwierigen Situationen (Prävention vor sexuellen Übergriffen).
Kindliche Sexualentwicklung
Kinder sind von Geburt an sexuelle Wesen. Sie brauchen für ihre körperliche und seelische Entwicklung zärtliche Berührungen und lieben den direkten Körperkontakt. Genauso wie sie ihre Umwelt neugierig entdecken, in dem sie Dinge berühren und begreifen, erkunden sie auch den eigenen Körper und zeigen Interesse am Anderen. So möchten sie herausfinden, wie Andere des gleichen bzw. des anderen Geschlechts aussehen.
Kleinkinder sind sehr sinnliche Wesen. Sie entwickeln ihr Selbstkonzept und Selbstbild über ihren Körper und ihre Bewegungen und gewinnen dadurch Vertrauen in ihre Fähigkeiten.
Dabei unterscheidet sich die kindliche Sexualität grundlegend von der der Erwachsenen. Kindliche Sexualität hat verschiedene Ausdrucksformen. Kinder trennen nicht zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und genitaler Sexualität. Die Sexualentwicklung der Kinder ist sehr individuell und kann sich in einer Spanne von ein bis zwei Jahren erheblich unterscheiden. Entsprechend entwickelt sich jedes Kind nach seinem eigenen Rhythmus und zeigt seine individuellen Eigenheiten.
Weitere Informationen zum Thema Entwicklung der kindlichen Sexualität in den verschiedenen Altersstufen sind in unserer sexualpädagogischen Konzeption zu finden.
Der positive Umgang mit Sexualität und Körperlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Identitätsent-wicklung von Kindern.
Wanzeck-Sielert, 2005 , S.5
Sexualerziehung bedarf Eltern, die Gesprächspartner und liebevolle Bezugs-personen für das sich entwickelnde Kind sind. Sie findet vorwiegend in den Familien aber auch in der Kita statt. Für uns ist eine offene und behutsame Zusammenarbeit sowie gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen gegenüber Eltern unerlässlich, um das doch sehr private Thema Sexualität zu besprechen, denn Prävention vor sexualisierter Gewalt findet vor allem durch Kommunikation statt.
Die sogenannten Doktorspiele oder auch Selbststimulation etc. gehören phasenweise zum Alltag der Kinder. Gerade in diesem Zusammenhang ist der Austausch mit den Eltern von hoher Wichtigkeit. Viele Eltern begegnen diesen Themen mit sehr viel Unsicherheiten und Ängsten – oft auch aus Unwissenheit darüber, wie sich die kindliche Sexualität von der Erwachsener unterscheidet. Wir empfehlen an dieser Stelle auch gern die Broschüre „Liebevoll begleiten“ der BZgA weiter.
Sexuelle Bildung
Kinder sollen sich in ihrem Körper wohl fühlen. In allen Bildungsbereichen erleben die Kinder bei uns ganz natürlich Akzeptanz ihrer Wissbegierde und ihres Neugierverhaltens und werden darin unterstützt – so auch im sexual-pädagogischen Bereich.
Sexuelle Bildung findet immer anlassbezogen statt, da das Interesse und die Fragen der Kinder über das Thema Sexualität sehr spontan entstehen und individuell stark sein können. Indem wir altersentsprechend über das Thema Sexualität sprechen, lernen die Kinder, dass Sexualität nichts Peinliches ist, worüber nicht geredet wird, sondern sie wird zu etwas Selbstverständlichem – und so auch enttabuisiert.
Wir sehen Aufklärung als Prozess, der vorrangig in der Familie, aber auch in der Kita stattfindet und auf den altersentsprechend immer wieder eingegangen werden muss.
Ein positives Verhältnis zum eigenen Körper sowie Aufklärung und Sexualerziehung sind unverzichtbare Bestandteile der Prävention vor sexualisierter Gewalt.

Um Grenzverletzungen von Kindern untereinander zu vermeiden und Trans-parenz zu gewährleisten, haben wir als pädagogisches Team bei der Umsetzung von sexualpädagogischen Inhalten und dem Umgang mit sexuellen Verhaltensweisen von Kindern in der Kita eindeutige einheitliche und transparente Regeln für Erziehende, Kinder und Eltern (ausführliche Regeln siehe sexual-pädagogische Konzeption).
Kinder brauchen diese eindeutigen einheitlichen und transparenten Regeln, um zum Beispiel in Doktorspielen ihre persönlichen Grenzen zu vertreten und die Grenzen der anderen wahrzunehmen und achten zu können. Doktorspiele fördern in einem sicheren Rahmen eine gesunde und selbstbestimmte Sexualentwicklung.
Wir achten darauf, dass das Schamgefühl aller respektiert wird und dass die Kinder lernen, dass ihr Körper ihnen gehört und sie das Recht auf Privatsphäre haben (zum Beispiel beim Wickeln, Toilettengang, beim Umziehen und vieles mehr im Kita-Alltag).
Grundsätzlich wollen wir die Kinder ermutigen ihre Wahrnehmungen ernst zu nehmen, auf „Ja-Gefühle“ und „ Nein-Gefühle“ zu achten und sie zum Ausdruck zu bringen.
Wir nehmen die Mädchen und Jungen individuell in ihrem Rollenverhalten wahr und respektieren sie. Wir sprechen mit den Kindern in altersangemessener Form über Geschlechtsmerkmale und Rollenverständnisse. Wir untersuchen mit den Kindern „typische“ Jungensachen und „typische“ Mädchensachen wie zum Beispiel Mädchen- und Jungenkleidung und hinterfragen gemeinsam mit ihnen Stereotypen. Wir wollen ihnen ein offenes und gleichberechtigtes Genderbild vermitteln.
Entsprechend werden alle Kinder gleichermaßen an Aktivitäten beteiligt. Hierbei ist uns eine genderbewusste Pädagogik sehr wichtig. Wir wollen die Kinder jenseits von Geschlechterklischees in ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten fördern und sie in der Ausgestaltung ihrer persönlichen Geschlechteridentität unterstützen – unabhängig von vorherrschenden Vorstellungen vom „richtigen Mädchen“ und „richtigen Jungen“. Wir erkennen vielfältige Lebensformen an und begegnen allen Kindern und Familien offen und wertfrei bezüglich ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung.
Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist für uns dabei von großer Bedeutung, da sie die Grundlage schafft, um das Kind kennen zu lernen, Bindung aufzubauen und in seiner Entwicklung zu unterstützen. Im ständigen Austausch mit den Eltern als Experten für ihre Kinder wollen wir den Familien mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen die Hilfe geben, die sie brauchen.
Wir haben uns bewusst für die geschlossenen Gruppenstrukturen in unserer Kita entschieden. Die Bindung an feste Gruppen und Bezugspersonen bedeutet für das Kind Verlässlichkeit, Sicherheit, Geborgenheit in unserer schnelllebigen Gesellschaft. Aus langjähriger Erfahrung ist die klassisch geschlossene Gruppenarbeit mit Blick auf die Bindungstheorie und auf die Entwicklung von Kindern für uns heute bedeutender und aktueller denn je. Der familiäre Rahmen und stetig wiederkehrende Rituale stärken auf ganz besondere Weise das Vertrauen der Kinder zu ihren Erziehenden und sorgen für ein identitätsstiftendes Gruppengefühl. Diese festen Strukturen ermöglichen den Kindern innerhalb bestehender Regeln eigene Wege zu gehen und dabei vielfältige und individuelle Erfahrungen zu machen.
Die enge Bindung zu den Kindern schafft für unsere Gruppenerziehenden besonders gute Bedingungen, um auf ganz besondere Weise die Entwicklungen aller Kinder im Blick zu behalten, zu beobachten und eine entsprechende ganzheitliche Förderung anzubieten.
Die Gruppenaktivitäten und die Projektarbeit finden genauso wie alle täglichen Mahlzeiten innerhalb der Gruppen statt. Im täglichen Freispiel sowohl drinnen als auch draußen haben die Kinder aus allen Gruppen die Möglichkeit sich zu treffen. In den Randzeiten des Früh- und Spätdienstes findet die Betreuung gruppenübergreifend statt.